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La buena vida

Do, 30.03.2017, 20.00 Uhr:
In seinem neuen Film zeigt Regisseur Jens Schanze, wie ein Dorf der indigenen Wayúu in Kolumbien umgesiedelt wird, weil es der weltgrößten Steinkohlemine im Weg ist. Ihrem Schicksal ergibt sich die Dorfgemeinschaft nicht ohne harte Verhandlungen. Was ein Vorzeigeprojekt hätte sein können, endet in einem fatalen Betrug durch den Bergbaukonzern Cerrejón. Kolumbien war im Jahr 2011 erstmals Deutschlands größter Steinkohlelieferant. Die mentale Verfassung der Menschen in den vom Kohlebergbau betroffenen Dörfern war erschütternd; sie waren verzweifelt und gelähmt vom Gefühl der Ohnmacht aufgrund des in vielen Fällen rücksichtslosen Verhaltens der Bergbaukonzerne. Sie litten unter den Folgen des Kohleabbaus: Staub, Lärm, Wasserknappheit und den daraus resultierenden Ernteeinbußen sowie dem drohenden Verlust ihres Lebensraumes. Noch dazu war den Menschen überall das Zusammengehörigkeitsgefühl abhanden gekommen.

Die Konzerne hatten die Dorfgemeinschaften erfolgreich geschwächt oder zerstört. Organisierter Widerstand war aus dieser Verfassung heraus nicht möglich, jede Familie kämpfte angesichts der existenziellen Bedrohung um das eigene Überleben. Auf Unterstützung seitens staatlicher Institutionen konnten die Menschen nicht hoffen. Im Gegenteil: Der Präsident Kolumbiens, Juan Manuel Santos, bezeichnete die Bergbauindustrie als Lokomotive für die Entwicklung Kolumbiens. Sondereinheiten der kolumbianischen Armee wurden in den Abbaugebieten stationiert, um den reibungslosen Betrieb der Kohleminen zu gewährleisten.

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